Samstag, 5. September 2026

Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat von Marc-Uwe Kling

 "Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat" von Marc-Uwe Kling, Zeichnungen von Astrid Henn, erschienen im Carlsen Verlag imJanuar 2021

An einem ganz normalen Nachmittag möchte Oma kurz etwas im Internet nachsehen, klick klick und plötzlich geht gar nichts mehr. Es gibt kein Internet im ganzen Haus und in der Stadt. Der Papa kommt von der Bank nach Hause, Tiffany kann ihre Musik nicht mehr hören, Max kann nicht auf dem Handy daddeln, Opa kann seine Sendung im Fernsehen nicht gucken.
Nach der ersten kleinen Panik muss sich die Familie gezwungenermaßen miteinander beschäftigen. Sie fangen an zu reden, zu spielen und den Tag ohne Bildschirme zu verbringen, was überraschend chaotisch, aber auch ziemlich schön wird.

Marc-Uwe Kling trifft mit diesem Kinderbuch den Nerv der heutigen Zeit. Die Grundidee ist herrlich absurd, aber nah genug an der Realität, um Generationen zu verbinden. Kinder erkennen ihren eigenen Alltag wieder, während Erwachsene sich schmunzelnd selbst beobachten können – besonders bei der Darstellung, wie aufgeschmissen man ohne ständige Internetverbindung plötzlich ist. 

Ein wunderbares Vorlesebuch für Kinder ab etwa 6 Jahren, das auch Eltern beim Vorlesen richtig Spaß macht und ganz nebenbei zum Nachdenken über den eigenen Medienkonsum anregt. Ich hatte viel Spaß und freue mich auf die Folgebänder mit Tiffany und ihrer Familie. 
Die Zeichnungen machen Spaß und passen perfekt.

Mordsbohei in der kleinen Frittenbude am Strand von Kirstin Klein und Marion Hahn

"Mordsbohei in der kleinen Frittenbude" von Kirstin Klein und Marion Hahn, erschienen im Ullstein Verlag im August 2026 

Teil 2 auf Lüttesand mit der kleinen Frittenbude und der Frage nach dem zweiten Teil des Erbes von den beiden Cousinen Vicky und Liliane.
Es geht immer noch darum, die kleine Frittenbude zum laufen zu bringen und dem Notar eine Portion Fritten zu servieren.
Inmitten der Idylle gibt es einen Toten. Mit viel Humor, norddeutschem Charme und einer gehörigen Portion Eigeninitiative versuchen Vicky und Liliane den Täter zu finden. Und zwar bevor das Ultimatum für das Erbe abläuft.

Ich hatte vergnügliche Lesestunden, das Autorenduo liefert genau das, was das Genre verspricht: eine leichte, unterhaltsame Lektüre mit viel Lokalkolorit und Humor.

Das Setting rund um die kleine Frittenbude am Strand ist so gut beschrieben, dass ich am liebsten gleich losgedüst wäre, um die Atmosphäre vor Ort zu inhalieren. Das Buch weckt Urlaubsgefühle und bietet Meeresbrise inklusive. Teil 1 habe ich gehört, nun die Fortsetzung gelesen. Mir hat beides gut gefallen, das Hörbuch ist angenehm zu verfolgen, das Buch bietet mehr zwischen den Zeilen. 
Auf jeden Fall hätte ich nichts gegen einen dritten Teil. Die Cousinen sind mir sympathisch und die Charaktere drumherum gut gewählt. 

Das Cover ist hübsch und reizvoll, es hat einen Wiedererkennungseffekt, da sich die Cover zu 1 und 2 ähneln. Erst ist es die sommerliche Stimmung und dann das schöne Herbstfeeling.