"Tage am Fluss" von Jochen Mariss, Hörbuch gesprochen von Heike Warmuth und Nils Kretschmer, erschienen im Argon Verlag im Juli 2026
Sara Harmsen liebt ihr naturnahes Leben. Zusammen mit ihren Schafen, sieben Hühnern und Hündin Luna wohnt sie in einem abgelegenen Haus am Fluss und betreibt die kleine Fähre, die das Dorf Erlengrund mit der Außenwelt verbindet. Die ländliche Idylle gerät jedoch ins Wanken, als eines Tages ein verletzter junger Mann auf ihrer Fähre auftaucht. Sara nimmt Leon auf und verarztet seine Kopfverletzung.
Ein geplantes Brückenprojekt bedroht nicht nur Saras Existenz als Fährfrau, sondern auch das ökologische Gleichgewicht. Als der Fluss durch ein schweres Gewitter über die Ufer tritt, scheint das Schicksal besiegelt.
Grundsätzlich habe ich die Geschichte gerne gehört. Sara war mir nur zeitweise zu dramatisch und übertrieben wütend. Ihre Kindheit war nicht einfach, das trägt ein bisschen zum Verständnis bei. Für den Unterhaltungswert fand ich es zu viel.
Dafür waren manche Szenen sehr ruhig und entspannend. Das hat mir sehr gefallen.
Der Autor Jochen Mariss hat dennoch einen guten Spagat gemacht. Einerseits zeichnet er das berührende Bild einer entschleunigten, fast vergessenen Lebensweise im Einklang mit Tieren und Natur. Andererseits verwebt er hochaktuelle Themen wie Umweltschutz, die Zerstörung von Lebensräumen und den Zusammenprall von vermeintlichem Fortschritt und Tradition.
Das Hochwasser-Drama bringt zudem eine packende Dramatik in die ansonsten ruhig dahin fließende Erzählung.
Heike Warmuth gibt Saras Wesen mit einer wunderbaren Mischung aus Unabhängigkeit, Herzenswärme und altersweiser Entschlossenheit wieder. Die naturverbundene Fährfrau ist in jedem Moment glaubhaft vorgetragen.
Nils Kretschmer leiht Leon eine passende Mischung aus anfänglicher Verletzlichkeit und wachsender Tatkraft. Den jugendlichen Leichtsinn gibt er toll zur Geltung.
Die 2 Stimmen geben dem Hörbuch eine flüssige Unterhaltung.
Insgesamt hat es mir gefallen und ich kann es weiter empfehlen.






