Donnerstag, 26. Februar 2026

Im Zeichen der Kobra - Der Raub der Totenmaske von Fabian Lenk

"Im Zeichen der Kobra - Der Raub der Totenmaske" von Fabian Lenk, Illustrationen von Thilo Krapp, erschienen im Knesebeck Verlag im Februar 2026, empfohlen ab 11 Jahren 

Die 12-jährigen Zwillinge Yana und Yamon reisen mit
ihrer älteren Schwester Anouk und ihrem Onkel, Professor Klawitter, ins Tal der Könige nach Ägypten. In einer neu entdeckten Grabkammer finden sie eine magische Formel. Damit kann man sich in ein heiliges Tier verwandeln. Die Kinder sind Feuer und Flamme und testen es natürlich sofort.

Später bei einem Museumsbesuch, werden wertvolle Artefakte gestohlen. Die vier sind Zeugen, die Geschwister nehmen die Verfolgung auf. 
Bis dahin war es unterhaltsam, dann wird es rasant mega spannend.
Das Buch hat mir viel Spaß gemacht. Es ist für Kinder geschrieben, ich hatte als Erwachsene mächtig viel Freude daran. Die Geschwister sind lustig chaotisch, Streitereien gibt es, aber die Geschwisterliebe ist definitiv da.

Ich habe den Staub der Ausgrabungen und die Anspannungen gespürt. Die Geschichte ist spannend, witzig und liest sich gut. 
Der Leser wird zum Mitwisser und Mitermittler, während die Geschwister Indizien sammeln, Verdächtige beschatten und schließlich einem Täter auf die Spur kommen, der skrupelloser ist, als sie anfangs dachten.

Ich kann es absolut weiter empfehlen, es ist eine tolle Geschichte, die weiter geht. Auf den 2. Teil freue ich mich schon.



Starminster - Stadt in den Wolken von Megan Hopkins

 "Starminster - Stadt in den Wolken" von Megan Hopkins, aus dem Englischen von Petra Knese, Band 1 erschienen im Februar 2026 im Beltz & Gelberg Verlag, Altersempfehlung ab 11 Jahren 

Astrid wächst in einem kleinen, abgeschlossenen Schuppen auf. Ihre Mutter hat sie dort versteckt, aus Angst, die große weite Welt könnte zu gefährlich sein für Astrid.
Eines Tages kommt eine geflügelte Frau und nimmt Astrid mit nach Überlondon, einem Ort über London.
An der Schule Starminster soll Astrid bleiben, da ihr auch irgendwann Flügel wachsen werden. Ist das der Grund, warum ihre Mama sie eingesperrt hat?
Mit Spannung habe ich dieses Buch gelesen und mit Begeisterung beendet. Die Stadt in den Wolken bietet ein besonderes Abenteuer. 
Ich konnte die kühle Höhenluft beim Lesen fast spüren und die mechanischen Wunderwerke, die Starminster in der Schwebe halten, vor meinem inneren Auge sehen.

„Starminster“ ist eine Geschichte über soziale Unterschiede, den Mut, über den eigenen Tellerrand (oder Wolkenrand) hinauszublicken, und die Suche nach der eigenen Identität. Megan Hopkins hat hier einen Grundstein für eine Serie gelegt, die das Potenzial hat, ein echter Klassiker im Regal für phantastische Literatur zu werden.

Wer Geschichten mit Fantasy und interessanten Figuren mag, der wird sich in Starminster sofort zu Hause fühlen. Ich kann es kaum erwarten, zu erfahren, wie es in Band 2 weitergeht.

Mein Tipp: Für sehr sensible Kinder empfiehlt es sich, das Buch gemeinsam zu lesen oder zumindest darüber zu sprechen, da der Kontrast zwischen der anfänglichen Gefangenschaft und der späteren Freiheit sehr intensiv ist.



Freitag, 20. Februar 2026

Mord & Breakfast. Ein Fall für Melody Moss (1) geschrieben von Anne Gordon

"Mord & Breakfast. Ein Fall für Melody Moss (1)"
geschrieben von Anne Gordon, Hörbuch gesprochen von Sandrine Mittelstädt, erschienen bei Der Audio Verlag GmbH im Februar 2026

Melody Moss verliert ihren Job weg. Da kommt das Erbe des "Coastal Inn" in Seagull Bay gerade recht – theoretisch. Doch statt einer geliebten Tante Mabel findet Melody ein Dorf vor, das kollektiv aufatmet, dass die alte Dame endlich über die Klippe gegangen ist. Melody muss nicht nur einen Mord beweisen, sondern auch das ramponierte Image ihrer eigenen Familie aufpolieren.

Das Setting an der schottischen Ostküste ist traumhaft beschrieben, doch unter der Oberfläche brodelt es. Anne Gordon hat den Kontrast zwischen der idyllischen Seagull Bay und der Boshaftigkeit der verstorbenen Mabel wunderbar geschrieben.

Die Sprecherin Sandrine Mittelstädt ist toll, die Charaktere konnte ich gut auseinander halten. Die Stimmung und die Gefühle kommen sehr gut zur Geltung. Es war mir ein Vergnügen, ihr zu zuhören.

"Mord & Breakfast" ist eine Geschichte über Neuanfänge, dunkle Dorfgeheimnisse und die Frage, wie gut man seine Verwandtschaft eigentlich kennt. Der Plot ist clever konstruiert und führte mich geschickt an der Nase herum, bis die Klippen von Seagull Bay ihr letztes Geheimnis preisgeben.

Sehr zu empfehlen für Krimifreunde, die Cosy Crime mögen. 





Donnerstag, 19. Februar 2026

Hundertsiebenundachtzig Tage von Ludovic Lecomte

 "Hundertsiebenundachtzig Tage" von Ludovic Lecomte, übersetzt aus dem Französischen von Nadine Püschel, erschienen Februar 2026 im 
Mixtvision Verlag, Covermotiv von Carine Brancowitz

Ein 16-jähriger Junge hat sein Zimmer seit 187 Tagen nicht mehr verlassen. Für ihn ist die Außenwelt kein Ort der Freiheit, sondern eine Quelle nackter Panik. 
Der Roman beschreibt diesen Zustand der Selbstisolation als eine lähmende Hürde.
Die Angst vor dem Draußen ist überwältigend groß.

Ludovic Lecomte hat es meisterhaft zu Wort gebracht, die Enge und die innere Zerrissenheit intensiv zu beschreiben.
Die Hilflosigkeit der Eltern, die zwischen Verständnis, Sorge und dem Drang, ihren Sohn nach Draußen zu bekommen schwankt, ist kaum auszuhalten.

Dieses Buch hat mich tief bewegt. Es ist ein langer Weg von der eigenen Zimmertür bis zur Straßenseite. Auf den wenigen Seiten steht so viel Gefühl. Die Angst nach Draußen zu gehen, ist übermächtig. Gleichzeitig ist es eine interessante Erzählung über den Kampf gegen die Krankheit.
Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es auf jeden Fall empfehlen. Der Schreibstil ist ungewöhnlich, aber absolut passend zu der Atemlosigkeit von dem Jugendlichen.
Das Cover zeigt einen nachdenklichen Jungen, den die Angst quält. Dieses Bild hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht.



Mittwoch, 11. Februar 2026

Erde 13 von Andreas Langer

"Erde 13" von Andreas Langer, erschienen im Ueberreuter Verlag im Februar 2026, Zeichnungen von Alina Brost

Die Erde ist aufgrund von Klimawandel und Überbevölkerung unbewohnbar geworden. Die Hoffnung ruht auf einer Expedition zu einem weit entfernten Planeten namens Terra Ny (Erde 13), der eine neue Heimat werden soll.

Die beiden 11-jährigen Kinder Levi und Gwendolin sind Teil dieser Mission. Nach 92 Jahren im Kälteschlaf, kurz bevor sie den Planeten erreichen, werden sie geweckt.

Dieses Buch ist für Leser ab 10 Jahren bestens geeignet. Es ist genau das, was ich mir von einem Science-Fiction wünsche: Ein Buch, das keine Zeit verliert und mich direkt in die Geschichte bringt.

Es geht um Abenteuer, Freundschaft und Überleben auf einem fremden Planeten.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es hat Spaß gemacht und hat hohe Spannung erzeugt.
Die Zeichnungen von Alina Brost sind perfekt, besonders die Tiere am Anfang ohne Namen und am Ende dann mit Namen fand ich super.
Die Freundschaft zwischen Gwendoline und Levi entwickelt sich langsam, das fand ich schön zu verfolgen.

Erde 13 ist ein tolles Abenteuer in fremden Gefilden.
Aus Sicht der Kinder ist dieses Erlebnis sehr beeindruckend. Ich kann es wärmstens empfehlen.



Mittwoch, 4. Februar 2026

Tochter des Nebelwalds von Gry Kappel Jensen

"Tochter des Nebelwalds" von Gry Kappel Jensen, gesprochen von Marlene Rauch, aus dem Dänischen übersetzt von Meike Blatzheim und Sarah Onkels, erschienen im Hörbuch Hamburg Verlag Januar 2026

Die Geschwister Ava und Linn leben mit ihrem Vater in ärmlichen Verhältnissen.
Die Atmosphäre ist von Anfang an von Hunger und Hoffnungslosigkeit geprägt. Mir hat der Magen geknurrt beim Hören. 
Die Schwestern sind plötzlich auf sich alleine gestellt, die Überlebensangst wird übermächtig. Die Stimmung wird düster und die Spannung steigert sich.
Als Linn verschwindet, ist die Angst von Ava so intensiv, ich musste eine Pause beim Hören machen.
In einer Waldhütte findet Ava schließlich Informationen über Linn. Die unheimliche Nebula sorgt dort zwar für Nahrung und Wärme, doch die Frage bleibt: Warum hält sie die Schwester gefangen?

Die Sprecherin Marlene Rauch zeigt ein besonderes Händchen für subtile Spannungsbögen. 
Mit der Darstellung der Nebula ist ihr eine besonders beängstigende Figur gelungen. 
Die Emotionen schwanken zwischen mütterlicher Fürsorge und eiskalter Bedrohung.
Zusätzlich wird die Interpretation durch das Knistern der alten Kate und die Feuchtigkeit des Nebelwalds verstärkt.

Der Wald ist ein eigener Charakter: undurchdringlich und hungrig. Es ist eine Geschichte für Hörer, die Freude an atmosphärischem Grusel haben, der ohne viel Splatter, dafür mit viel psychologischem Tiefgang auskommt.

"Tochter des Nebelwalds" ist eine düstere Parabel über Vertrauen und die dunklen Seiten der Fürsorge. Marlene Rauch macht aus dieser schaurigen Vorlage ein Kopfkino-Erlebnis, das nach einer Fortsetzung schreit.





Dienstag, 27. Januar 2026

The Factory – Es gibt kein Entkommen von Catherine Egan

"The Factory – Es gibt kein Entkommen" von Catherine Egan, von Leo H. Strohm aus dem Englischen übersetzt, erschienen im Januar im Fischer Sauerländer Verlag 

In einer Welt, die vom Klimawandel gezeichnet ist und Armut zum Alltag gehört, scheint der 13-jährige Asher Doyle das große Los gezogen zu haben. Er wird ausgewählt, an einem Forschungsprojekt für saubere Energie teilzunehmen. Die Versprechen: erstklassige Bildung, Luxus und eine Bezahlung, die seine Familie aus der Not retten könnte.
Doch kaum in der futuristischen Anlage angekommen, schlägt das anfängliche Staunen in beklemmendes Misstrauen um.

Es handelt sich nicht um harmlose Forschungsstationen. In Containern findet eine Form von Energie-Extraktion statt, bei der den Jugendlichen etwas entzogen wird. 

Der Roman entwickelt sich schnell von einer Dystopie zu einem rasanten Thriller, der zentrale Fragen aufwirft: Wie viel ist ein einzelnes Leben im Namen des „Fortschritts“ wert? Und welche Rolle spielt Ashers eigener Vater in diesem grausamen Spiel?

Was mir gut gefallen hat, ist die Freundschaft, die sich zwischen den Kindern entwickelt. 
Gleichzeitig wächst das Misstrauen untereinander.
Die Autorin hat einen sehr guten Stil, der Aufbau der Geschichte und die Entwicklung der Figuren ist interessant und spannend.
Das Ende ist ein bisschen fies, es macht aber neugierig und erhöht die Spannung auf Band 2.

Mein Fazit:
Ein packender Pageturner für Fans von dystopischen Geschichten. Catherine Egan kombiniert Sci-Fi-Elemente mit einer Coming-of-Age-Geschichte. Besonders die Dynamik zwischen den Jugendlichen, die in der Isolation der Factory zueinander finden müssen, macht das Buch lesenswert. 
Empfehlenswert ab 12 Jahren.