Donnerstag, 23. April 2026

Pause von Lena Kupke

"Pause" von Lena Kupke, erschienen in der dtv Verlagsgesellschaft im Mai 2026

In ihrem ersten Roman zeigt Lena Kupke, dass sie nicht nur Pointen setzen, sondern auch tiefgründige, verletzliche Geschichten erzählen kann.

Die 36-jährige Hanna steht ständig unter Strom. Eine heftige Panikattacke führt zum Kollaps und einem Krankenhausaufenthalt. Niemand aus ihrem Freundeskreis in Berlin (inklusive Freund Paul) findet die Zeit, sie abzuholen.

Was folgt, ist eine Rückkehr ins Haus der Eltern.
Lena Kupke beschreibt Hannas Zustand nach dem Zusammenbruch sehr präzise, die totale Erschöpfung und Orientierungslosigkeit.

Der Roman fängt perfekt das beklemmende Gefühl ein, als erwachsene Frau wieder „Tochter“ zu sein. Die Dynamik zwischen Hanna und ihren hilflosen, aber liebenden Eltern ist sowohl schmerzhaft als auch sehr wahrhaftig beschrieben.
Trotz der Schwere des Themas blitzt immer wieder Lena Kupkes typischer Witz auf. 
Das Buch fängt warmherzig den Wahnsinn ein, es hat mir super gut gefallen. Ich hatte was zu lachen, ein bisschen geweint, Hoffnung gewünscht, also ich hatte viele Emotionen beim lesen.

„Pause“ ist kein klassischer Wohlfühlroman, sondern ein wichtiges Buch über mentale Gesundheit und die Suche nach dem eigenen Kern. Manchmal ist ein Zusammenbruch der einzige Weg ist, um festgefahrene Muster zu durchbrechen.



Samstag, 18. April 2026

Dungeon Crawler Carl -Entertainment ist Pflicht. Überleben nicht von Matt Dinniman

"Dungeon Crawler Carl -Entertainment ist Pflicht. Überleben nicht" von Matt Dinniman, übersetzt von Ruggero Leo, erschienen bei Fischer E-Books im Februar 2026

Es gibt Bücher, bei denen ich mich frage was der Autor gefrühstückt hat. Matt Dinniman hatte offensichtlich eine Überdosis Chaos und schwarzen Humor gewählt. Was genau mein Humor ist. Dieses Buch hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Herrlich absurd ist der Beginn. Die Erde wird innerhalb von Sekunden „geerntet“. Alles, was von Menschenhand geschaffen wurde, bricht zusammen. Ein intergalaktischer Dungeon ist die einzige Überlebenschance. Es ist Reality-TV-Show, die für das gesamte Universum übertragen wird.

Carl, der eigentlich nur seine Katze retten wollte, stolpert ohne Schuhe und in Boxershorts in den Dungeon. Die Katze heißt Prinzessin Donut (das ist die Kurzform), eine preisgekrönte Perserkatze, die durch ein Upgrade plötzlich Intelligenz bekommt.
Der Brüller ist zusätzlich eine verdammt große Klappe. Donut entwickelt sich zu meinem Liebling. Caro ist auch in Ordnung und sympathisch, aber die Perserkatze ist der Kracher.

Tiefschwarz und oft völlig drüber. Wenn das System Carl verspottet oder die Zuschauer für besonders grausame Tode spenden, schwankte ich zwischen Lachen und leichtem Entsetzen.
Das Duo Carl und Donut ist Gold wert. Die Dialoge sind schnell, bissig und überraschend auch mal emotional.

Die Geschichte ist laut, blutig und macht süchtig. Wer auf schräge Sci-Fi, Videospiel-Logik und Charaktere steht, die sich weigern, einfach nur Opfer zu sein, kommt hier nicht vorbei.
Ich habe viel gelacht und mich prima amüsiert.
Oder wie das System sagen würde: „Glückwunsch, du hast nicht sofort ins Gras gebissen. Hier ist eine Belohnungsbox, die wahrscheinlich explodiert".

Das Cover sagt schon viel aus, da rennt ein Mann barfuß und in Unterhose durch ein bizarres Ding.
In der Hand Dynamit und die Katze hinter ihm.




Doppelt gemoppelt schmeckt super

 


Popofisch von Pauline Pinson, Zeichnungen von Magali Le Huche

"Popofisch" von Pauline Pinson, Zeichnungen von Magali Le Huche, aus dem Französischen übersetzt von Marie Gamillscheg, erschienen im Leykam Verlag im Februar 2026

Es gibt viele Arten von Fischen. Einer ist besonders auffällig. Der Popofisch, leider ist das nicht immer gut, denn andere Fische machen sich über ihn lustig. Da ist der Popofisch traurig und schwimmt tiefer ins Meer. Dort sehen ich und er wundersame Fische. Ein Pilotfisch, ein Schwertfisch und dann eine Käsefisch.Magali Le Huche hat den Fischen eine enorme Persönlichkeit verliehen. Die Mimik der Meeresbewohner ist toll, die Farben fangen die Leichtigkeit der Erzählung perfekt ein.

Es hat mir viel Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen und die Zeichnungen zu bewundern. Ein bisschen traurig ist es, wie Popofisch behandelt wird. Aber so ist das Leben leider. Das Aussehen ist wichtiger als die Persönlichkeit. Ich finde es toll, daß in diesem Kinderbuch schon für kleine Kinder dieses Thema erzählt wird.
Man muss nicht in die Norm passen, um seinen Platz im „Schwarm“ zu finden.

Das Buch ist zum Vorlesen perfekt. Für kleine Leser ist die Schrift vielleicht ein bisschen schwierig. Die geschwungenen Buchstaben könnten erst ab 
6 Jahren lesbar sein. Das macht aber gar nichts, auch ältere Kinder lassen sich sicher gerne das Buch vorlesen.

„Popofisch“ ist ein buntes, freches Abenteuer, das in keinem Kinderzimmer fehlen sollte.
Schon das Cover ist so ein Hingucker, daß ich es sofort lesen wollte. 

Dienstag, 14. April 2026

Fanny. Das Mädchen, das Glück verteilt von Irmgard Kramer

"Fanny. Das Mädchen, das Glück verteilt" von Irmgard Kramer, Hörbuch gesprochen von Jodie Ahlborn, erschienen im Hörbuch Hamburg Verlag im Februar 2026

Die kleine Fanny hat ein besonderes Gespür für die kleinen und großen Lücken im Leben ihrer Mitmenschen. In einer Welt, die oft zu schnell und zu laut ist, macht Fanny es sich zur Aufgabe, dort Glück zu säen, wo es gerade fehlt. Ob durch kleine Gesten, ungewöhnliche Ideen oder einfach nur durch ihr Dasein: Fanny verändert den Alltag ihrer Umgebung auf magisch-reale Weise.

Irmgard Kramer hat eine spritzige Erzählung geschrieben. Es geht um Empathie und den Mut, die Perspektive zu wechseln. Es hat mir als Erwachsene Spaß gemacht und mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Die Sprecherin Jodie Ahlborn ist für mich perfekt. Wenn man ihr zuhört, hat man sofort ein Bild von Fanny im Kopf: aufgeweckt, ein bisschen frech, aber mit dem Herz am rechten Fleck.

Es ist ein kluges Buch für mehr Menschlichkeit und Aufmerksamkeit im Umgang miteinander.
Wer nach diesem Hörbuch nicht mit einem Lächeln durch die Welt geht, hat Fanny wohl nicht richtig zugehört.




Sonntag, 12. April 2026

Pizza mit Paprika, Karotte, Pilzen und Tilsiter

 


Sagst du mir, was Freundschaft ist? von Michael Engle

„Sagst du mir, was Freundschaft ist?“ von Michael Engler, illustriert von Joëlle Tourlonias, erschienen bei Baumhaus im Bastei Lübbe Verlag im März 2026

In diesem niedlichen Bilderbuch ist der kleinen Hase plötzlich verwirrt. 
Er hat vergessen, was Freundschaft ist.
Seinen Freunden helfen ihm, sich daran zu erinnern.
Jeder hat eine eigene Vorstellung davon hat, wie wertvoll sie ist. Es geht nicht um große Taten, sondern um kleine Aufmerksamkeiten.
Eichhörnchen und Eule und viele andere erklären dem Hasen ihre Erfahrungen über Freundschaft und was es für sie bedeutet.

Die Zeichnungen geben die Gefühle toll wieder.
Die Freude ist deutlich zu erkennen und auch die Verwirrung vom Hasen. Die Bilder sind süß und haben mich fröhlich gemacht. Für Kinder ist es perfekt zum selber lesen oder zum Vorlesen.

Am Ende erkennen Hase und Igel, dass Freundschaft kein einzelner Begriff ist, sondern das Gefühl, das sie verbindet, während sie all diese Dinge zusammen erleben.

„Sagst du mir, was Freundschaft ist?“ ist ein liebevolles Buch. Es bietet wunderbare Anknüpfungspunkte, um mit Kindern (ab ca. 4 Jahren) darüber ins Gespräch zu kommen, was sie an ihren eigenen Freunden schätzen.