Dienstag, 23. Juni 2026

Au revoir und tschüss von Gudrun Lochte

"Au revoir und tschüss" von Gudrun Lochte, erschienen im Vani Verlag im Juni 2026

Caro, die jahrelang zwischen Elternabenden, Job und Haushalt jongliert hat, stellt fest, dass sie sich selbs7t unterwegs verloren hat. Vier Wochen Sprachschule in Frankreich, allein, das ist ihr Traum. Davor hat Caro selbstverständlich Angst.
In der Sprachschule tatsächlich angekommen, ist Caro nicht die Mutter und Ehefrau, sondern einfach Caro, die Schülerin. Dieser Identitätswechsel sorgt für die stärksten Momente im Buch, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Herausforderung ist nicht nur die französische Grammatik, sondern das Wiedererlernen von Freiheit. Gudrun Lochte schreibt mit viel Empathie über die Sehnsucht nach den Kindern, die gleichzeitig mit dem berauschenden Gefühl der Unabhängigkeit kollidiert. Das Buch liest sich flüssig und ist plötzlich in einem schönen Ende angekommen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen, die Geschichte ist durchaus fesselnd.

Es ist ein Buch für alle Frauen und Männer, die das Gefühl kennen, nur noch zu funktionieren. Es ist eine Erinnerung daran, dass man seine eigenen Träume nicht komplett begraben sollte.

Der Kontrast zwischen dem trubeligen Familien-Deutschland und dem sonnigen, aber lernintensiven Frankreich-Alltag kommt mit einer Leichtigkeit daher, die nachzuvollziehen ist.

Es ist ein mutiger und moderner Roman über die Vereinbarkeit von Familie und Selbstverwirklichung.


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