Mittwoch, 4. Februar 2026

Tochter des Nebelwalds von Gry Kappel Jensen

"Tochter des Nebelwalds" von Gry Kappel Jensen, gesprochen von Marlene Rauch, aus dem Dänischen übersetzt von Meike Blatzheim und Sarah Onkels, erschienen im Hörbuch Hamburg Verlag Januar 2026

Die Geschwister Ava und Linn leben mit ihrem Vater in ärmlichen Verhältnissen.
Die Atmosphäre ist von Anfang an von Hunger und Hoffnungslosigkeit geprägt. Mir hat der Magen geknurrt beim Hören. 
Die Schwestern sind plötzlich auf sich alleine gestellt, die Überlebensangst wird übermächtig. Die Stimmung wird düster und die Spannung steigert sich.
Als Linn verschwindet, ist die Angst von Ava so intensiv, ich musste eine Pause beim Hören machen.
In einer Waldhütte findet Ava schließlich Informationen über Linn. Die unheimliche Nebula sorgt dort zwar für Nahrung und Wärme, doch die Frage bleibt: Warum hält sie die Schwester gefangen?

Die Sprecherin Marlene Rauch zeigt ein besonderes Händchen für subtile Spannungsbögen. 
Mit der Darstellung der Nebula ist ihr eine besonders beängstigende Figur gelungen. 
Die Emotionen schwanken zwischen mütterlicher Fürsorge und eiskalter Bedrohung.
Zusätzlich wird die Interpretation durch das Knistern der alten Kate und die Feuchtigkeit des Nebelwalds verstärkt.

Der Wald ist ein eigener Charakter: undurchdringlich und hungrig. Es ist eine Geschichte für Hörer, die Freude an atmosphärischem Grusel haben, der ohne viel Splatter, dafür mit viel psychologischem Tiefgang auskommt.

"Tochter des Nebelwalds" ist eine düstere Parabel über Vertrauen und die dunklen Seiten der Fürsorge. Marlene Rauch macht aus dieser schaurigen Vorlage ein Kopfkino-Erlebnis, das nach einer Fortsetzung schreit.





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